Priv. Doz. Dr. med. Nedal Hejazi
Facharzt für Neurochirurgie

       

 
 

 

                   
 

Subarachnoidalblutung (Aneurysmen, Angiome)

    Definition: Blutung in den Subarachnoidalraum, also zwischen Arachnoidea und Pia,
     wo die intracraniellen Gefäße verlaufen.

    Ursachen:

    1.) Traumatisch im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas

    2.) Spontan bedingt durch:

  •     Aneurysmen 51 %
  •     Angiome 6 %
  •     Hypertensive und/oder arteriosklerotische Gefäßerkrankungen 15 %
  • Verschiedene oder multiple Gründe 6 %
  • Unbekannte Ursache 22 %

Klinik:

Heftige, schlagartig auftretende Kopfschmerzen, wie der Patient sie noch nie verspürt hat. Ca. 20 % der Patienten haben vorher eine warnende "Leckblutung" ("warning leak"): das ist eine Episode von plötzlichen Kopfschmerzen, die vor der eigentlichen schweren SAB auftrat. Diese Warnblutung wird oft als Migräne, Sinusitis, Tensionskopfschmerz oder Cervikalsyndrom verkannt.

Zusätzliche Symptomatik: Nausea, Erbrechen, Zeichen des erhöhten Hirndruckes, Bewußtseinsverlust in 20 % der Fälle, Meningismus mit Nackensteifigkeit und positivem Kernig + Lichtscheu + Fieber + vegetative Symptome, fokale neurologische Zeichen, Augenhintergrundveränderungen Subhyaloide Blutung (Terson-Syndrom) Retinablutung. Diese klinische Symptomatik allein genügt zur notfallmäßigen Einweisung in die Klinik, wo dann die weitere Abklärung erfolgt.
Weitere Abklärung:

  • CT
  • CT Angiographie (CTA)
  • Eventuell Lumbalpunktion
  • Cerebrale Panangiographie

Entscheidend ist die sofortige Einweisung in eine Spezialabteilung, da der sog. natürliche Verlauf der Erkrankung sehr schlecht ist. Aus der Literatur versterben bei konservativem Vorgehen schon 15 % der Patienten bevor sie das Krankenhaus erreichen, 15 % sterben in den ersten 24 Stunden im Spital, 15% zwischen 24 Stunden und 2 Wochen, 15 % zwischen 2 Wochen und 2 Monaten und 15 % zwischen 2 Monaten und 2 Jahren. Insgesamt beträgt also die Mortalität bei konservativem Vorgehen 75 %.

Therapie: Die Therapie eines arteriellen intracraniellen Aneurysmas besteht - wenn möglich - in der mikroneurochirugischen Klippung des Aneurysmas, also der Ausschaltung des Aneurysmas von der Zirkulation bei Erhaltung der Durchgängigkeit der weiterführenden Arterien. Selbverständlich hängt die Prognose vom praeoperativen Zustand des Patienten ab, jedoch kann der Patient mit einem sicher geklippten Aneurysma, so keine Komplikation wie Vasospasmus oder Hydrocephalus zusätzlich auftreten, als geheilt betrachtet werden.