Priv. Doz. Dr. med. Nedal Hejazi
Facharzt für Neurochirurgie

       

 
 

 
 

 

 

 

MRT Bilder eines Akustikus-
Neurinoms.

Oben: coronares Bild.

Unten:
axiales Bild.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MRT Bilder eines Schädelbasis
Tumors

                   
 

Hirntumore

Unter den hirneigenen Tumoren im Erwachsenenalter zählen die malignen Gliome in prognostischer Hinsicht zu den ungünstigsten Tumorarten überhaupt. Dabei ist bei den malignen Gliomen nicht die systemische Manifestation über eine Metastasierung der prognostisch bestimmende Faktor, limitierend ist vielmehr das regelmäßig zu beobachtende, vorwiegend rein lokale Rezidiv. Im Gegensatz zu den Hirnmetastasen, die sich in der Regel vom umliegenden Hirngewebe gut abgrenzen lassen, wachsen maligne Gliome infiltrativ und teilweise multilokulär außerhalb der makroskopisch sichtbaren Tumorgrenzen. Dieses Phänomen wird überwiegend als Ausdruck einer Wanderung von Gliomzellen interpretiert. Ein Vorgang also, der in der Fähigkeit von Einzelzellen begründet liegt, die den Tumorverband verlassen können und über weite Distanzen in andere Hirnareale vordringen können. Das diffuse Ausbreitungsmuster des malignen Glioms behindert die Wirksamkeit aller lokal begrenzten therapeutischen Strategien aufgrund der notwendigen Rücksichtnahme auf eine hohe funktionelle Differenzierung und Empfindlichkeit des Gehirns, d. h. die operative Entfernung muß sich auf das eigentliche Tumorareal beschränken und kann nicht eine großzügig bemessene Sicherheitszone umfassen.

Gliome: je nach Graduierung biologisch maligne Tumoren ( im Gegensatz der anatomisch malignen Tumoren wie zB Schädelbasistumoren). Die Einteilung erfolgt je nach Befunder in der WHO Klassifizierung bzw. nach Kernohan von 1- 4, wobei Grad 1-2 als benigne und Grad 3-4- als maligne Tumoren bezeichnet werden. Die Malignität nimmt im Alter zu, ebenso die Inzidenz. In unseren Breiten 10/ 100.000 bei 70 jähriger Population jedoch 70/100.000.

  • Hirneigene Tumoren Gliome ( Astrocytome) WHO I-IV
  • Oligendrogliome WHO II-III
  • Ependymome WHO I-IV
  • Plexuspapillome WHO I, II,IV
  • Medulloblastome (PNET) WHO IV

Meningeome

URSPRUNG: Meningeale Deckzellen (Fibroblasten der Dura Mater,arachnoideale Deckzellen)

INZIDENZ: Ca.: 2/100000 pro Jahr

GESCHLECHTSVERHÄLTNIS: Verhältnis Frauen zu Manner 2:1

DURCHSCHNITTSALTER: 58 plus/minus 15 Jahre

INTRAKRANIELLE HÄUFIGKEIT: Ca. 20% aller intrakranieller Tumoren (Meningeome sind die häufigsten nicht glialen intrakraniellen Tumoren)

INTRASPINALE HÄUFIGIKEIT: Ca. 12% der intraspinalen Tumoren

WACHSTUMSVERHALTEN- langsam-verdrängend, knoten- oder plaqueförmig wachsend; am Tumor Atrophie des Gehims und Knochens möglich - am Knochen auch Exostosen.

HISTOPATHOLOGISCHE EINTEILUNG:

  • KLASSISCHE BENIGNE MENINGEOME: 90% (histolog. eindeutig benigne)
  • ATYPISCHE MENINGEOME: 6.5% (histolog. eindeutig benigne, jedoch schnelleres Wachstum)
  • ANAPLASTISCHE- MALIGNE MENINGEOME: 2% (histolog. maligne)
  • HÄMANGIOPERIZYTOM der Meningen + PAPILLÄRES MENINGEOM 1.4%

HÄUFIGSTE KLINISCH-NEUROLOGISCHE ZEICHEN:

ANAMNESE:

  • Kopfschmerzen 36%
  • Persönlichkeitsveränderung 22%
  • Paresen 19%
  • Generalisierte Epilepsie 19%
  • Sehprobleme 16%
  • Fokale Epilepsie 15%
  • Ataxie 15%
  • Aphasie 19%
  • Bewustseins-und Konzentrationsverschlechterung 13%
  • Paresthesien 11%
  • Doppelbilder 6%
  • Schwindel 2%
  • Hörverschlechterung 2%

KLINISCHE ZEICHEN:

  • Paresen 57%
  • Unauffällige Untersuchung 51%
  • Gedächtnisverschlechterung 29%
  • Hirnnervendefizite 21%
  • Gesichtsfelddefizite 19%
  • Paresthesien 17%
  • Aphasien 17%
  • Stauungspapillen 15%
  • Okulomotorische Störungen 12%
  • veränderter Wachheits- und Bewußtseinsgrad 9%
  • Nystagmus 6%
  • Hörversch1echterung 4%

URSACHEN: Defekte am Chromosom 22 sind sehr wahrscheinlich, ein multifaktorielles Geschehen wird vermutet, als mögliche Ursachen gelten:

  • TRAUMATA (heute eher umstritten)
  • BESTRAHLUNG (Iow-dose: 450-850 rad, high-dose: 1500-6000 rad)
  • VIREN(Papovaviren, Simian Virus 40, Adenoviren)
  • NEUROFIBROMATOSE

ANATOMISCHE LOKALISATION:

  • INTRAKRANIELLE MENINGEOME: Konvexitatsmeningeome 34%, Parasagittale Meningeome 22%, Keilbeinflügel Meningeome 17%, Intraventriculäre Meningeome 5%, Tentorium Meningeome 4%, Kleinhimzelt Meningeome 5%, Tuberculum sellae Meningeome 3%, Intraorbitale Meningeome 2%, Kleinhimbrückenwinkel M. 2%, Olfaktoriusmeningeome 3%, Foramen Magnum Meningeome 1%, Klivusmeningeome 1%.
  • SPINALE MENINGEOME: vorwiegend thorakal lokalisiert,
  • EXTRADURALE MENINGEOME: vom äußeren Durablatt ausgehend, ausschließlich gegen den Knochen vorwachsend
  • EKTOPISCHE MENINGEOME: außerhalb der Neuroaxis vorkommend