Priv. Doz. Dr. med. Nedal Hejazi
Facharzt für Neurochirurgie

       

 
 

 

                   
 


Computergesteurte Neuronavigation und Entwicklung der bildgebenden Verfahren

Auf dem Gebiet der Neuoradiologie sind mit der Computer- und Kernspintomographie erhebliche Fortschritte in der hochauflösenden Darstellung der zentralnervösen Strukturen erzielt worden. Dies hat zu Veränderungen in der neurochirurgischen Praxis und in der Operationstechnik geführt. Insbesondere durch die zunehmend breitere Verfügbarkeit der Kernspintomographie, heute Magnetresonanztomographie (MRT) genannt, werden neurochirurgisch operable Prozesse wie Gehirntumoren immer früher erkannt. Früher haben in der Regel erst neurologische Ausfälle eine Operation erzwungen. Im Gegensatz dazu sieht sich der Neurochirurg heute vor die Aufgabe gestellt, auch kleine Tumoren bei klinisch unauffälligen Patienten operieren zu müssen. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die Chancen einer radikalen Entfernung von Geschwulsten und damit einer Heilung steigen. Andererseits sind für den Patienten postoperative neurologische Ausfälle und Schäden nur sehr schwer akzeptabel und die Entscheidung zur Operation ist für den Kranken ohne subjektive Beschwerden äusserst problematisch. Durch die Weiterentwicklung der Computertechnologie mit immer leistungsfähigeren Rechnern ist es möglich geworden, die grossen, in der digitalen Bildverarbeitung anfallenden Datenmengen schnell zu verarbeiten und darzustellen. Darüber hinaus wurden durch die Entwicklungen in der Informationsverarbeitung die Voraussetzungen für eine computer- assistierte Operationsplanung und Simulation mit dreidimensionaler Darstellung geschaffen. In der Folge wurden nicht nur Systeme zur Planung sondern auch zur intraoperativen Navigation entwickelt, die es dem Operateur ermöglichen, seine Position im Operationssitus auf dem dreidimensional rekonstruierten Bilddatensatz des jeweils operierten Patienten darzustellen sogenannte Neuronavigationssysteme. Das wachsende Interesse an dieser Technik führte zur Entwicklung verschiedener Navigationssysteme. Prinzipiell bestehen diese Systeme immer aus einem 3-D Digitalisierinstrument, das einer Workstation mit Bildverarbeitungs- und Darstellungssoftware die Raumkoordinaten mitteilt. Anschliessend können die Raumkoordinaten in dem Datensatz auf dem Bildschirm dargestellt werden. So können vom Operateur interaktiv während der Operation fortlaufend Informationen über seine Position abgerufen und Entscheidungen über das weitere Vorgehen unterstützt werden. Von mehreren Herstellern werden inzwischen Systeme angeboten, die unterschiedliche Verfahren zur räumlichen Lokalisation verwenden. Es gibt mechanische positionsfühlende Gelenkarme, Roboterarme, elektromagnetische, Video- und Infrarotoptische Systeme, sowie solche die Ultraschall verwenden.

Wir haben reichliche Erfahrungen in der intensiven Anwendung des Neuronavigationssystems bei kraniellen OP's und bei spinalen Stabilisations-OP's seit 1995 gesammelt.